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Sonntag, 7. Oktober 2012, 21:11 Uhr

Kein Sommerparkplatz am ARRIBA

SPD fordert Parkplätze auf dem Bad-Gelände

Blick vom ARRIBA auf die Tarpenbek-Niederung

Kein Sommerparkplatz. Nirgends. Blick vom ARRIBA-Gelände auf das Landschaftsschutzgebiet (Foto: Infoarchiv)

Olaf Harning | Herbe Schlappe für die Norderstedter Union: Mit deutlichen Worten hat das Kieler Verkehrsministerium einen auf Antrag von CDU-Verkehrspolitiker Arne Schumacher gefassten Beschluss des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr verworfen, das ARRIBA-Spaßbad künftig über die Schleswig-Holstein-Straße zu erschließen.

Neue Fahrradstellplätze am ARRIBA - wie so oft zugeparkt.

Neue Fahrradstellplätze am ARRIBA - wie so oft zugeparkt (Foto: Infoarchiv)

Nach den Vorstellungen von Schumacher und seinem Fraktionschef Günther Nicolai sollte in der Tarpenbek-Niederung ein Sommerparkplatz für bis zu 250 Fahrzeuge eingerichtet werden, der an die östlich davon verlaufende Schnellstraße und letztlich auch an die Brücke zum ARRIBA angebunden wird. Auf diese Weise wollten die Christdemokraten die erheblichen Verkehrsprobleme rund um das städtische Bad lösen, die nun schon seit Jahren die Geduld der AnwohnerInnen strapazieren. Laut Verkehrsministerium können Abzweigungen zur und von der Schleswig-Holstein-Straße in relativer Nähe zum Knoten Ochsenzoll jedoch "nicht in Aussicht gestellt werden", die verkehrliche Anbindung des ARRIBA habe deshalb "ausschließlich über die Gemeindestraßen Am Hallenbad und Wiesenstraße" zu erfolgen. Auch die Kreisverwaltung hat sich erneut klar gegen die CDU-Pläne gewandt und untersagt aus Gründen des Landschaftsschutzes eine Verkehrsanbindung über die Tarpenbek.

Portrait von Katja Rathje-Hoffmann (Foto: CDU)

Gab "grünes Licht" - Katja Rathje-Hoffmann (Foto: CDU)

Nun sind beide Aussagen weder neu noch überraschend: Schon während der Beschlussfassung im September 2011 äußerten Baudezernent Thomas Bosse und der Ausschussvorsitzende Jürgen Lange (SPD) ernste Bedenken gegen den von Schumacher und Peter Gloger (ebenfalls CDU) vorgetragenen Antrag und verwiesen auf ein bereits vorliegendes "Nein" des Landesbetriebs Straßenbau. Auch die GALiN und die Fraktion der LINKEN protestierten damals vehement, die Union aber setzte sich schließlich durch. Ihre Landtagsabgeordnete Katja Rathje-Hoffmann hatte mit dem zuständigen Fachbereichsleiter im Ministerium gesprochen und der erstaunten Kommunalpolitik mitgeteilt: "Der gibt grünes Licht." Ein Grün mit erstaunlichem Rotstich, wie sich jetzt zeigt.

Um die AnwohnerInnen des ARRIBA endlich zu entlasten, hat die SPD jetzt zum zweiten Mal auf eine Anregung der Stadtverwaltung zurückgegriffen und die Nutzung der bisherigen Beach-Volleyball-Plätze als zusätzliche Parkfläche ins Spiel gebracht. Immerhin 188 Stellplätze wären dort kurzfristig realisierbar, auch die Baukosten dafür hielten sich in Grenzen. Jürgen Lange zur Begründung eines entsprechenden Antrags an die Stadtvertretung: "Es ist Zeit sich von Luftschlössern zu verabschieden und eine realistische Lösung des Parkplatzproblems anzustreben". Neben dem Umbau der Volleyball-Plätze fordert die SPD ein "Konzept zur Parkplatzregulierung" für die Straßen Am Hallenbad und Wiesenstraße. Während die FDP zwischenzeitlich vorgeschlagen hatte, eine zusätzliche Parkebene über die bestehenden Stellplätze zu setzen, sprachen sich GALiN und DIE LINKE zuletzt für Konzepte zur Reduzierung des Autoverkehrs aus. Während die Wählergemeinschaft dabei die Installation einer Leihradstation am Bad durchsetzte und laut über eine Verschwenkung der nahen Buslinien direkt vor das ARRIBA nachdachte, kritisierte DIE LINKE das Konzept des von den Stadtwerken geführten Bades mit immer höheren Besucherzahlen und größeren Einzugsgebieten grundlegend. Tatsache ist, dass heute trotz Fahrradboom und Benzinpreisen selbst in absoluten Zahlen deutlich weniger BesucherInnen mit dem Rad zum ARRIBA fahren, als noch in den 80er und 90er Jahren.

Ein Kommentar zu diesem Artikel

11.10.2012, 7:21 Uhr Maren PlaschnickOhne Not Hoffnungen geweckt ...

Die GALiN Fraktion sieht sich durch die Aussagen der Landes- und Kreisbehörden in ihrer Auffassung erneut bestätigt. http://www.galin.de/Fraktion/Presse_Fraktion/2011/20110201pm_baustra%dfe...
Leider hat die CDU bei den Anwohner Hoffnungen und Erwartungen geweckt, die jeder realen Grundlage entbehrten. Frau Rathje-Hoffmann muss sich fragen lassen, ob ihre völlig dem geltenden Planungsrecht widersprechende Aussage nicht reines Wunschdenken im damaligen Landtagsvorwahlkampf war.
Bis über den SPD-Antrag entschieden ist, sollten die Stadtverwaltung/Stadtwerke zumindest sicherstellen, dass der bereits geschaffene Fahrrad-Parkplatz endlich benutzbar durch Entfernung des Kiesbettes wird!