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Dienstag, 28. April 2015, 14:27 Uhr

Klage wird geprüft

Stromtrassen: WHU sieht Befürchtungen bestätigt

Infoarchiv Norderstedt | Der Ausgang der ersten Ergebniskonferenz für die Ostküstenleitung ist für die WHU enttäuschend verlaufen.

Eine Reihe Strommasten vor organgerotem Himmel

Idylle pur (Foto: Infoarchiv).

Die Entscheidung die Stromtrasse durch Henstedt-Ulzburg zu leiten und hier ein Umspannwerk zu planen, ist erschreckend, war aber nach den Präsentationen im Januar zu erwarten“, fasst Karin Honerlah, Fraktionsvorsitzende der WHU zusammen. Die WHU hatte sich schon frühzeitig kritisch zu den Planungen des Netzbetreibers TenneT zur Trassenführung geäußert. Aber erst vor 10 Wochen war es auf Antrag der Wählergemeinschaft zu einer gemeinsamen, die Stromtrasse ablehnenden Stellungnahme gekommen – eben noch rechtzeitig vor Ende des der Ergebniskonferenz vorausgegangenen „Dialogverfahrens“. Die WHU verweist auf Kaltenkirchen, wo sich Bürgermeister und Politik bereits im Jahre 2012 gemeinsam gegen die Ostküstenleitung stark machten und TenneT der Stadt anschließend zusagte, dort kein Umspannwerk zu bauen.

Nach eigenen Angaben hatten die WHU sowie deren Mitglieder als Privatpersonen seit 2012 in allen Konsultationsverfahren zur Trasse ihre Bedenken und Anregungen vorgebracht. Alle anderen Fraktionen lehnten seinerzeit eine Beschäftigung mit der geplanten Trassenführung mit der Begründung ab, man könne sie Betroffenheit von Henstedt-Ulzburg noch nicht feststellen und die WHU würd Panik verbreiten.

Plötzlich sind alle über die Stromtrassenentscheidung erschrocken“, so die WHU in einer Erklärung. Als TenneT in der letzten Woche in Bad Oldesloe die nächsten Schritte vorstelle, waren seitens der Politik nur die drei WHU-Vertreter anwesend, „um den Unmut zu formulieren und neue Kontakte zu anderen Betroffenen zu knüpfen.“ So verwundert es dann auch nicht, dass laut einer Pressemitteilung des Ministeriums für Energiewende der Netzbetreiber TenneT zu dem Schluss kommt, dass sich „im Vergleich der Vor- und Nachteile aller 15 untersuchten Korridoralternativen der Verlauf des 500 Meter breiten Planungskorridors entlang der derzeitigen 220KV Leitung (von Henstedt-Ulzburg über den Bereich Oering nach Stockelsdorf) als der insgesamt konfliktärmste Variante herausgestellt (hat).

Juristin Karin Honerlah: „Eine Klage gegen den für 2017 erwarteten Planfeststellungsbeschluss müssen wir prüfen. Die Chancen zu obsiegen sind nach Auskünften von Fachanwälten aber gering.“ Die WHU-Erklärung schließt mit einer Aufforderung ab: „Wir rufen aber zunächst auch die Vertreter der örtlichen Volksparteien auf, nicht nur über Klagewege zu diskutieren, sondern ihre angeblich guten Kontakte im Landtag und in die Regierung zu nutzen und mit uns die aktuelle Trassenplanung durch Henstedt-Ulzburg zu verhindern.“

Die SPD-Fraktion Henstedt-Ulzburg akzeptiert die Entscheidung zur Trassenführung nun ebenfalls nicht, „da sie eine nicht zu rechtfertigende Belastung des Henstedt-Ulzburger Siedlungsraumes und damit…der Bürgerinnen und Bürger mit sich bringt.“Laut dem Vorsitzenden des Umwelt- und Planungsausschusses und SPD-Fraktionsvorsitzenden Horst Oswald wird die SPD „nicht nur in der folgenden feinmaßstäblichen Trassenplanung Widerstand leisten, sondern auch ihre landes- und kreispolitischen Möglichkeiten ausschöpfen." Die SPD ist ebenfalls bereit, den Klageweg zu beschreiten.